Das Titelbild ist einfach fantastisch. Wir blicken in die Augen eines Vorfahren, der mehr als 200 000 Generationen vor uns lebte. Er ist kein Affe mehr, sondern bei vollem Bewusstsein und erkennt nicht nur momentane Gefahren, sondern blickt voll Angst in seine ungewisse und äußerst lebensbedrohliche Zukunft. Selbst mit prophetischer Intelligenz konnte er nicht im Mindesten ahnen, wie wir, seine Nachfahren, heute leben.
Aber was ihn auch so sympathisch macht, ist die ihm fehlende Arroganz, für Millionen Jahre in die Zukunft planen zu wollen, im Gegensatz zu heute, wo Politiker radioaktive Endlager mit einer Sicherheit für Millionen Jahre fordern. Wer weiß schon, ob in einer Million Jahren die Menschheit nicht längst ausgestorben ist, und wenn nicht, welche technischen Möglichkeiten dann entwickelt sein werden.
Vielleicht wird die Natur den Menschen nach seinem Aussterben wieder kreieren, und auch dies wiederholte Male wie beim Säbelzahntiger. Aber in spätestens 900 Millionen Jahren wird auf unserer guten alten Erde jegliches Leben den Hitzetod gestorben sein.
Dr. Peter Maier-Komor, Unterschleißheim
In dem Beitrag „Das hungrige Hirn” werden auf Seite 32 drei Diagramme vorgestellt. Das Erste stellt eine Beziehung des Hirngewichts zum Ruheumsatz pro Tag her. Nur kurz kritisieren will ich, dass wieder einmal in Kilokalorien statt Kilojoule gerechnet wird. Als unangenehmer empfinde ich, dass eine doppeltlogarithmische Grafik verwendet wird. Damit ist vorsichtig umzugehen, wie ich aus meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit weiß. Zu leicht scheinen sich Beziehungen zu ergeben, die einer näheren Untersuchung nicht standhalten.
Diese Auftragung wäre noch haltbar, würde sie wirklich durch die beiden anderen Grafiken gestützt. Die mittlere Grafik jedoch, die einen Index für Nahrungsqualität (wie wurde der ermittelt?) mit dem Logarithmus des Körpergewichts in Beziehung setzt, zeigt eine Ansammlung verstreuter Punkte. In diesen „Sternenhimmel” eine Ausgleichsgerade zu positionieren, erscheint mir schon recht gewagt.
In der dritten Grafik sodann wird die relative Gehirngröße gegen eine relative Nahrungsqualität aufgetragen. Auch hier ist die Streuung der Daten erheblich, und was ist denn bitte die „ relative Nahrungsqualität”? Wie diese Daten präsentiert werden, macht das Ganze den Eindruck, als wolle man mit Gewalt eine These untermauern.
Dr. Franz Peter Schmitz, Lüneburg
Wir hätten es gerne präziser gehabt. Aber der berichtende Journalist kann keine besseren Daten präsentieren, als publizierende Wissenschaftler sie ihm liefern. Die Redaktion
WIRTSCHAFTSWEISE – TECHNIKWAISE?
Zur Sache Heft 7/2009
Die Skepsis von Chefredakteur Wolfgang Hess zu Aussagen von Wirtschaftsforschern ist gut nachvollziehbar. Vielleicht sollte man die gleiche Skepsis auch den meinungsbildenden Klimaforschern entgegenbringen, besonders denjenigen, die mit Computermodellen ein Horrorszenarium nach dem anderen produzieren. Das Misstrauen gegenüber den Klimaforschern, die das anthropogene CO2 für ihre Katastrophenszenarien verantwortlich machen, sollte angesichts der Milliardenbeträge, die die Politik mit die- ser Begründung der Volkswirt- schaft entzieht, noch deutlicher ausfallen.
Georg von Petersdorff-Campen
DER KLEINE WAL UND SEIN TURBO-HIRN
Heft 7/2009
Seit Ende der 1970er-Jahre habe ich bei unseren Sommertörns vom Segelboot Tümmler beobachten können. Dabei stellen Sie richtig dar, dass die Wale bei ruhiger See leichter zu beobachten sind. Es ist jedoch nicht richtig, dass die Tümmler Motorenlärm ausweichen oder fliehen. Auch bei Motorfahrt kommen die vermutlich neugierigen Tiere an das Boot heran und verfolgen es. In der Kieler Förde schwimmen die Tiere sogar neben der Großschifffahrt her und lassen sich nicht im Geringsten verunsichern.
Was ich nicht möchte, ist, dass vermeintliche Umweltschützer, begründet durch geringere Sichtungsmeldungen, Schutzzonen ausweisen wollen und dabei die Wassersportler hindern, ihren naturverträglichen Sport auszuüben. Denn leider können die Daten auch dafür missbraucht werden.
Dr. Martin Rafalczyk, per E-Mail
LEUCHTDIODEN ERHELLEN DIE NACHT
Nachgehakt Heft 7/2009
Mittlerweile bietet die Industrie schon LEDs an, die 120 Lumen pro Watt liefern (siehe dazu den Beitrag „Die Birne ist erledigt” in dieser Ausgabe, Anm.d.Red.). Ihr Licht ist aber sehr weiß und unangenehm. Warme Lichtfarben dagegen sind derzeit nicht so effektiv. Mit weißen LEDs erhält man oft auch Blendeffekte, wie man es von entgegenkommenden Autos mit extrem kaltem bis blauem Licht kennt.
Aber das Hauptproblem der LEDs ist die Wärmeableitung. Sie wird derzeit überwiegend durch metallene Kühlkörper realisiert. Diese aber sind schwer und können statische Probleme mit sich bringen. Bei LED-Leuchten in heißen Ländern kann man aufgrund der Sonnenintensität ohnehin von Problemen ausgehen. Der Effekt ist in der Regel eine extreme Verkürzung der Lebensdauer.
Andererseits lassen sich auch ohne LEDs und entsprechende hohe Investitionen bis zu 80 Prozent der Energie einsparen, indem Licht intelligent gesteuert wird. Erfolgreiche Beispiele sind aktuell Oslo/Norwegen, Göteborg/Schweden oder Jyväskulä/Finnland. International übrigens sind LED-Straßenleuchten trotz aller Probleme schon im Test-Einsatz. Die Stadt New York hat vor vier Jahren einen Wettbewerb für eine neue Straßenleuchte initiiert, die derzeit vor der Umsetzung steht. Die LEDs, die hier zum Einsatz kommen sollen, werden derzeit von der NASA getestet.
Joachim Ritter, per E-Mail
MEHR FLOPS FÜR DEUTSCHLAND
Heft 6/2009
Im dem Artikel stellt der Bochumer Chemiker Dominik Marx fest: „Unser Bedarf an Rechenleistung ist nie zu stillen.” Aus meiner Sicht ist das absolut die Haltung eines Süchtigen. Und sie ist repräsentativ für einen Großteil der deutschen Spitzenforscher. Genug ist nie genug! Die Leistungsaufnahme von JUROPA ist 2,2 Megawatt. Das ist doch ein Peanut, nicht der Rede wert. Wenn man aber hört, dass der LHC-Collider von Genf den Leistungsbedarf einer mittleren Großstadt hat, dann schaut die Sache schon anders aus.
Auf der einen Seite hat Chefredakteur Wolfgang Hess mit seinen Sonderbeilagen über „Zukünftige Stromlandschaften” und „Wie das Erdgas zu uns kommt” (bdw-plus, beigelegt in den Ausgaben 7/2009 beziehungsweise 5/2009, Anm.d.Red.) den richtigen Weg eingeschlagen. Auf der anderen Seite reden engstirnige, ja fachidiotische Hightech-Spezialisten einem hemmungslosen Energiewachstum in den Wissenschaften das Wort.
Auch und gerade die Hightech-Wissenschaft wird nicht darum herumkommen, ihr Scherflein zum Energiesparen beizutragen. Das heißt: Einfrieren des Energiewachstums und ausschließlich Steigerung der Energieverbrauchs-Effizienz. Dominik Marx aber sei das letzte Buch der deutschen Soziologin Marianne Gronemeyer empfohlen: „Genug ist genug”!
Mag. Manfred Wasmayr, Neumarkt




