Boom setzt sich mancherorts langfristig fort
In den kommenden Jahrzehnten wird sich die demographische Struktur Deutschlands erheblich verändern. Das Statistische Bundesamt prognostiziert einen deutlichen Anstieg des Anteils älterer Menschen und einen Rückgang der jüngeren Bevölkerung. Dieser Wandel in der demographischen Struktur wird nicht nur Auswirkungen auf die Sozialsysteme und das Gesundheitswesen haben, sondern auch den Immobilienmarkt nachhaltig verändern. Die Leitzinserhöhungen der EZB scheinen der Rekordpreisjagd vorerst einen Dämpfer verpasst zu haben, aber auch langfristig ist in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Immobilienwerte zu rechnen – zumindest in urbanen Ballungsräumen. Dass die Preise sich in der Stadt und auf dem Land sehr unterschiedlich entwickeln, zeigt auch der aktuelle Wohnatlas 2023. Vor allem im Süden und dem Nordwesten Deutschlands ist bis zum Jahr 2035 mit ordentlichen Wertzuwächsen zu rechnen.
André Heid, Gründer und Geschäftsführer der Heid-Immobilienbewertung.de, rät allen, die in eine Immobilie als Wertanlage investieren wollen, zur gezielten Objektsuche und Vermietung. Das habe auch steuerliche Gründe: „Alles, was ich in eine vermietete Eigentumswohnung stecke, kann ich steuerlich absetzen. Dieser Vorteil fällt bei der Eigennutzung weg“.
Was beim Wertgutachten zählt
Um die Wert- und Preisentwicklungen der nächsten Jahre nachvollziehen zu können, müssen verschiedene externe Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Die Auswirkungen der alternden Gesellschaft zeigen sich hierbei vor allem in einer drastischen Verschiebung im Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Mit der schrumpfenden jungen Bevölkerung wird sich die Nachfrage nach Wohnraum verringern. Dies kann, insbesondere in ländlichen Regionen und strukturschwachen Gebieten, zu einem Überangebot an Immobilien führen. Vorausschauend agierende Eigentümer kümmern sich daher jetzt schon um eine professionelle Immobilienbewertung, damit der richtige Zeitpunkt für den Verkauf abgepasst werden kann. „Die meisten Menschen lassen vielleicht ein- oder zweimal in ihrem Leben eine Immobilie bewerten. Da kann man nicht erwarten, dass sie sich ganz genau auskennen. Die Arbeit der Immobilienbewerter wird in der Öffentlichkeit aber weitgehend sehr geschätzt“, erklärt Heid im Forbes-Magazin.
Das Wertgutachten für eine Immobilie ist eine professionelle Bewertung, die von einem Sachverständigen oder einem Gutachter erstellt wird, um den Marktwert oder Verkehrswert einer Immobilie zu ermitteln. Berücksichtigt werden unter anderem der Standort, Größe und Zustand der Immobilie, vergleichbare Objekte (beim Vergleichswertverfahren), sowie die Ausstattung, das Baujahr und gewisse rechtliche Aspekte. Zu letzteren zählen das beispielsweise das Erbbaurecht, aber auch Vorgaben zur Energieeffizienz. Die genauste und zugleich juristisch verwertbare Form des Wertgutachten ist das Verkehrswertgutachten. Kostenlose Schätzungen basieren hingegen meistens auf wenigen Kennzahlen.





