Hilfsbereitschaft im Kindergarten
Die Wissenschaftler führten ihre Untersuchungen in zwei Gruppen eines japanischen Kindergartens durch. Sie erfassten das Verhalten der insgesamt 35 Kinder durch Videoaufnahmen, die sie anschließend systematisch analysierten und auswerteten. Das Augenmerk der Forscher galt vor allem zwölf Kindern, von denen sie bereits wussten, dass sie häufig pro-soziales Verhalten zeigen. Sie erfassten bei ihren Beobachtungen nun gezielt, wann eines dieser Kinder freundliches Verhalten zeigte – beispielsweise einem anderen Kind einen Gegenstand gab oder ihm half, ein Problem zu lösen. Dabei blickten die Wissenschaftler in die Runde, um festzustellen, welches Kind dieses Szenario gerade verfolgte. Nun galt die Aufmerksamkeit diesem Beobachter-Kind und seinen folgenden Reaktionen auf den „netten” Kameraden.
Die Auswertungen der Forscher dokumentierten nun, dass sich bereits Fünfjährige so etwas wie einen guten Ruf unter ihren Altersgenossen im Kindergarten schaffen. Auf ein Schema reduziert zeichnete sich die Regel ab: Hilft Kind A dem Kameraden B, wird sich Beobachter-Kind C anschließend A gegenüber hilfsbereit zeigen. Dadurch einsteht ein kooperatives Klima in der Gruppe. Dieser Aspekt sei ein fundamentaler Bestandteil des menschlichen Sozialverhaltens, sagen die Forscher. Die Fähigkeit zur Kooperation ist zweifellos eines der Erfolgsgeheimnisse der Spezies Mensch. Die aktuelle Studie belegt nun erneut, dass wir den Regeln dieses Konzepts bereits früh folgen.





