Zugegeben: Eine gewagte Geschichte, mit der David Bainbridge das Auftauchen der Bluterkrankheit in der britischen Monarchie erklärt. Fest steht, dass das defekte Gen auf dem X-Chromosom, das Victoria von ihrem Vater erbte, zu zahlreichen frühen Todesfällen in mehreren europäischen Königshäusern führte.
Defekte auf einem X-Chromosom sind neben der Bluterkrankheit auch für eine lebensbedrohliche Form der Muskelschwäche und für die häufigste Art von Farbenblindheit verantwortlich allesamt Krankheiten, an denen fast ausschließlich Männer leiden. Der Grund: Ihre Körperzellen sind mit einem X- und einem Y-Chromosom ausgestattet, während Frauen zwei X-Chromosomen besitzen. Ist eines davon defekt, so können Frauen das “reparieren”, denn sie verfügen ja über eine Kopie auf dem anderen X-Chromosom.
Was das X-Chromosom sonst noch alles im männlichen und weiblichen Körper anstellt, erzählt und erklärt der Zoologe und Veterinärmediziner anekdotenreich und trotzdem wissenschaftlich fundiert.
Ute Schönfelder




