Am letzten Freitag hatte ich beruflich in einem Forschungslabor eines Autoherstellers im Emsland zu tun. Der Tag war sehr anstrengend, denn meine Gesprächspartner waren Physiker, und ich hatte auf meine einfachen Fragen nur komplizierte Antworten bekommen, so daß ich nachher meistens weniger wußte als vorher. Es war schon spät, als ich mich schließlich verabschiedete. Frank Gensler, einer meiner Gesprächspartner, sagte, als ich ihm die Hand gab: „Am Freitagabend halten hier im Ort nur noch Bummelzüge. Ich wohne in Osnabrück in der Nähe des Bahnhofs und kann Sie bis dorthin im Auto mitnehmen. Von da können Sie mit dem Intercity weiterfahren und sind dann noch vor Mitternacht zu Hause.” Dankbar nahm ich das Angebot an. Wir fuhren durch viele kleine Orte und kamen nur langsam voran. „Wie weit ist es denn bis Osnabrück?” fragte ich meinen Fahrer. Das hätte ich besser nicht gemacht.
„Heute nehmen wir die Strecke über Oorde. Montags hingegen fahre ich immer über Altendorf. Der Weg ist zwar 20 Kilometer kürzer als der über Oorde, dafür kann ich aber auch nur mit zwei Dritteln unserer jetzigen Geschwindigkeit fahren. Dienstags fahre ich über Brandlecht. Auf der Strecke kann ich genausoschnell fahren wie auf der über Oorde, und sie ist auch noch 10 Kilometer kürzer als diese. Deshalb bin ich dienstags 20 Minuten weniger unterwegs als montags.” „Tatsächlich?” Ich unterdrückte einen Seufzer. Herr Gensler ließ sich jedoch nicht beirren und fuhr in seiner Erklärung fort. „Mittwochs nehme ich die Strecke über Frensdorf. Sie ist zwar 10 Kilometer kürzer als die über Oorde, aber ich kann nur mit drei Vierteln meiner jetzigen Geschwindigkeit fahren. Donnerstags fahre ich über Hesepe. Auch auf dieser Strecke kann ich genausoschnell fahren wie jetzt, aber ich brauche trotzdem 20 Minuten mehr als mittwochs, weil die Strecke 20 Kilometer länger ist, als die, die wir heute fahren.” Das war zuviel für mich. Um nicht noch weitere unverständliche Erklärungen ertragen zu müssen, täuschte ich ein Nickerchen vor. Doch später im Zug grübelte ich darüber nach, wie weit denn unsere Autofahrt gewesen war. Wissen Sie es?
Die Lösung des September-Cogitos: Die beiden schlechtesten Mannschaften treten insgesamt zweimal gegeneinander an. Die Ergebnisse dieser beiden Spiele sind für unsere Überlegungen jedoch ohne Bedeutung. Von den restlichen 304 Spielen der Saison sollte keines unentschieden ausgehen, um möglichst viele Punkte verteilen zu können. Damit nun der dritte Absteiger eine Höchstzahl an Punkten bekommt, müssen die 304 . 3 = 912 Punkte gleichmäßig auf die 16 ersten Vereine verteilt sein. Das heißt, jeder Verein und damit auch der dritte Absteiger hat 57 Punkte.
Heinrich Hemme




