Eigentlich bin ich keine Spielernatur, trotzdem hatte ich mich von Ulrich und Michael überreden lassen, am Samstagabend mit in die Spielbank nach Bad Nordhorn zu fahren. Bis zum Roulette-Tisch kamen wir gar nicht, denn die beiden blieben gleich in der Vorhalle stehen. Außer den üblichen “einarmigen Banditen” gab es hier auch Spielautomaten, die drei sich sehr schnell drehende Räder haben, auf denen jeweils die Ziffern von 0 bis 9 aufgetragen sind. Durch einen Knopfdruck kann man die Räder stoppen und im Sichtfenster erscheint von jedem Rad eine Ziffer – alle drei zusammen also geben eine dreistellige Zahl. Diese Zahl ist der Pfennigbetrag, den der Spielautomat ausspuckt, wenn man vorher sechs Mark einwirft. Man bekommt also bei jedem Spiel Geld zurück, außer in den sehr seltenen Fällen, in denen die drei Räder die Zahl 000 anzeigen. Ich hatte bald alle guten Vorsätze vergessen und fast 100 Mark an diesem Automaten verspielt. Michael war zur Toilette gegangen, und Ulrich schaute mir über die Schulter, als ich gerade wieder einmal sechs Mark eingeworfen hatte. Die Räder blieben stehen, und das Geld klapperte ins Ausgabefach. “Wenn die beiden letzten Ziffern vertauscht gewesen wären, hättest du neun Pfennig mehr bekommen”, sagte Ulrich. “Wenn, wenn!” antwortete ich etwas gereizt und steckte die nächsten sechs Mark in den Münzschlitz. “Wenn die erste und die zweite Ziffer vertauscht gewesen wären, hätte ich sogar 90 Pfennig mehr gewonnen.” In diesem Moment kam Michael zurück. Er schien unsere letzten Sätze gehört zu haben, denn er sagte: “Und ich kann dir sagen, wieviel du mehr bekommen hättest, wenn die erste und die letzte Ziffer vertauscht gewesen wären.” Er nannte einen Betrag. Da ich mir sicher war, daß er die Zahlen auf dem Spielautomaten gar nicht gesehen haben konnte, war ich überrascht. “Wie kommst du darauf?” “Ich kann Hellsehen”, antwortete Michael schmunzelnd. Wissen auch Sie, welchen Betrag mir Michael genannt hatte? Die Lösung des Mai-Cogitos: Die meisten der 28 Dominosteine können zu Anfang an vielen Stellen in dem Zahlenrechteck liegen, aber für die Steine (00), (22), (55) und (66) gibt es nur jeweils eine Möglichkeit. Hat man diese Steine in das Rechteck gelegt, sieht man, daß der Stein (56) mit beiden Feldern in die zweitunterste Zeile und der Stein (44) in die untere rechte Ecke gehört. Daraus folgt, der Stein (42) muß in der obersten und der Stein (20) in der untersten Zeile liegen. Auf diese Weise hangelt man sich Schritt für Schritt weiter, bis schließlich alle Dominosteine in dem Zahlenrechteck liegen. Nun sieht man, daß drei Steine mit beiden Feldern in der obersten Zeile liegen.
Heinrich Hemme




