Nach dem vorherrschenden Dogma der sexuellen Differenzierung (a) prägen Sexualhormone dem Gehirn weiblicher Tiere – hier gezeigt am Mäusehirn – ein fest verdrahtetes weibliches Muster auf, dem Gehirn männlicher Tiere ein fest verdrahtetes männliches Muster. Impulse aus dem Vomeronasalorgan der Nase – beim Mäusemännchen etwa der Geruch eines empfängnisbereiten Weibchens – rufen das entsprechende Rollenverhalten (Aufreiten, Kopulieren) stereotyp ab. Doch nach den Entdeckungen der Gruppe um Catherine Dulac muss man davon ausgehen, dass in den Gehirnen beider Geschlechter das gegengeschlechtliche Verhalten im Prinzip aktivierbar ist (b). Doch es steht unter der Kontrolle eines Schalters im Vomeronasalorgan, der beim Weibchen im Normalfall den männlichen, beim Männchen den weiblichen Weg blockiert (Kreuze).




