ERNST MAYR IST für viele Evolutionsbiologen der Darwin des 20. Jahrhunderts. Der beinahe 100-Jährige, der seine ersten wissenschaftlichen Sporen am Museum für Naturkunde in Berlin verdiente, bevor er 1931 in die USA ging, gehört zu den großen naturwissenschaftlichen Gelehrten.
Bekannt geworden ist Ernst Mayr als einer der so genannten Architekten der Synthetischen Theorie der Evolution von jenem Gedankengebäude, das in den 1930er und 1940er Jahren Darwins Konzept der natürlichen Auslese mit den Befunden der Genetik in Einklang brachte. Mayrs grundlegende Arbeiten zur Systematik, insbesondere zum Konzept der Art und der Artenbildung sowie seine philosophischen Ausführungen zum Essentialismus, haben Generationen von Biologen geprägt. Kaum ein anderer hat so unermüdlich an unserem Verständnis von Evolution gearbeitet, Fragen über Ursprung und Vielfalt lebender Organismen gestellt und in ebenso geschliffener wie wissenschaftlich kompromissloser Weise die Rolle der Evolutionsbiologie für unsere Vorstellung der lebendigen Welt manifestiert. Eindrucksvoll stellt der Grandsigneur der Zoologie dies mit seinem jüngsten Buch unter Beweis.
Dr. Matthias Glaubrecht




