Elektronische Bücher, sogenannte E-Books, mit denen man Bücher und Zeitungen digital lesen und mit eigenen Notizen versehen kann, sorgen seit ein paar Monaten für Aufsehen. Ihr Manko: Sie können Texte und Grafiken bislang nur schwarz-weiß darstellen. Für Abhilfe sorgt nun eine neuartige elektronischer Tinte, die Forscher des niederländischen Philips-Konzerns entwickelt haben. Sie funktioniert im Prinzip ähnlich wie die E-Tinte, die in den meisten E-Books verwendet wird: Jeder Bildpunkt (Pixel) besteht aus einer Kapsel mit Flüssigkeit, in der zahlreiche winzige Partikel schwimmen. Die sind allerdings nicht schwarz, wie bei einem E-Book-Display, sondern farbig. Legt man eine elektrische Spannung an die Kapsel an, verteilen sich die Teilchen darin gleichmäßig. Der Bildpunkt erscheint dann im normalen Tageslicht in der entsprechenden Farbe. Eine Hintergrundbeleuchtung, um die Pixel sichtbar zu machen, ist nicht erforderlich. Durch Kombination verschiedener Farben in einem Display aus der dünnen elektronischen Haut („E-Skin”) lassen sich beliebige Farbmischungen erzeugen. Ist die Spannung ausgeschaltet, verbergen sich die Farbpigmente hinter einer Blende – und das Display ist durchsichtig.
Die Philips-Forscher wollen zunächst elektronische Geräte wie Mobiltelefone und MP3-Player mit der elektronischen Haut ausstatten. Die Hülle von Handy oder Musikplayer könnte dadurch per Knopfdruck unterschiedliche Farben annehmen. Denkbar ist auch, ganze Wände mit E-Skin zu überziehen, sodass sich die „ Tapete” blitzschnell wechseln ließe.




