Ob in Schottland jemals Kelten gelebt haben, ist fraglich – ihr Kunststil hat es aber definitiv bis dorthin geschafft, wie die bronzene Ponykappe belegt. Sie ist mit Mustern verziert, die zum Plastischen Stil und zum Schwert-Stil der Kelten des Festlands gehören. „Die Festland-Kelten gaben der Bevölkerung in Großbritannien Impulse, so wie sie selbst Anregungen aus dem Mittelmeerraum bekamen. Das war eine Art Dominoeffekt”, meint Thomas Hoppe. Durch die Öffnungen, die häufig als Auslassung für die Augen missverstanden werden, wurden die Ohren des Tiers gesteckt. Der Kopfschmuck diente nicht etwa zum Schutz oder zur Bewaffnung im Kampf, sondern „damit sollten die recht kleinen Pferdchen wohl eher Eindruck schinden”. Ob die rund 22 Zentimeter langen Hörner ursprünglich überhaupt zu der Ponykappe gehörten, ist fraglich. Sie wurden 1829 im südschottischen Torrs zwar im selben Moor wie das Kopfteil gefunden, passen aber nicht genau darauf. „Vielleicht wurden sie erst später bei einer Rekonstruktion zusammengefügt”, vermutet Hoppe. Immerhin gibt es ein Münzbild, auf dem ein Pferd eine gehörnte Maske trägt.




