Catherine Dulac ist Inhaberin des Lehrstuhls für Molekulare und Zellbiologie an der Harvard University und zugleich Forscherin am Howard Hughes Medical Institute der Universität. Beide Institutionen müssen genannt werden, wenn man über die geborene Französin schreibt, denn beide sind stolz, sie gewonnen zu haben. Nach der Doktorarbeit in Entwicklungsbiologie in Paris wandte sie sich der Erforschung des Geruchssinns zu: Sie arbeitete in den 1990er-Jahren im Labor von Richard Axel an der Columbia University in New York. Axel bekam 2004 zusammen mit seiner Kollegin Linda Buck, heute in Seattle, den Nobelpreis für die Entschlüsselung der am Riechen beteiligten Gene. Das Interesse Dulacs galt aber von Anfang an dem sogenannten Vomeronasalorgan der Maus: dem spezialisierten Epithel, mit dem das Tier Pheromone wahrnimmt – Geruchssignale seiner Artgenossen, die sein Verhalten steuern. Außerdem studiert sie die Rolle epigenetischer Prozesse bei der Hirnfunktion.
Tali Kimchi stammt aus Israel. Nachdem sie als Doktorandin den Orientierungssinn blinder Nacktmulle studiert hatte, führte sie im Labor von Catherine Dulac an der Harvard University die Experimente durch, die zu der erstaunlichen Entdeckung des umschaltbaren Sexualverhaltens bei Mäuseweibchen führten: Egal, ob man den Weibchen einen bestimmten Pheromonrezeptor auf genetischem Wege oder operativ entfernte – sie ließen ihre Kinder im Stich und verhielten sich wie Casanovas. Heute leitet Kimchi eine eigene Forschungsgruppe am Weizmann Institute in Rehovot bei Tel Aviv.
An der 2007 veröffentlichten bahnbrechenden Studie war auch der Student Jennings Xu beteiligt, der seine wissenschaftliche Karriere nun in der Biologie oder Medizin fortsetzen wird.




