Der Luftschall wird im Außenohr (Ohrmuschel, Gehörgang und Trommelfell) ähnlich wie in einem Trichter verstärkt. Im Trommelfell wird der Schall in mechanische Vibrationen umgewandelt und gelangt in das Innenohr, das aus der Paukenhöhle und den drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel besteht.
Die Gehörknöchelchen übertragen die Schallvibrationen direkt auf das flüssigkeitsgefüllte Innenohr, auch Hörschnecke oder Cochlea genannt. Dank ihrer raffinierten Form wird der Schall hier in einzelne Frequenzbereiche zerlegt. Die Innenseite der Cochlea ist mit rund 30000 feinen Haarzellen besetzt. Sie wandeln die Vibrationen in Nervenimpulse um, die dann über die Gehörnerven an das Gehirn übertragen werden. In Deutschland lassen sich rund 90 Prozent aller dauerhaften Hörschäden auf zerstörte Sinneshaarzellen zurückführen.
Jedes laute Geräusch gleicht einem Wirbelsturm, der durch den Wald dieser empfindlichen Rezeptoren in der Gehörschnecke fährt. Ab einem gewissen Lärmpegel werden ganze Felder der für den entsprechenden Frequenzbereich zuständigen Rezeptoren irreparabel beschädigt. Neben diesen Gewaltschäden ist eine mangelnde Durchblutung des Innenohrs im Alter der häufigste Grund für das Absterben der Rezeptoren und die damit verbundene Altersschwerhörigkeit. Hörgeräte helfen bei der optimalen Nutzung der verbliebenen Sinneszellen.
Ralf Butscher




