Normalerweise investieren die Ingenieure von DaimlerChrysler viel Zeit und Mühe dafür, ihre Autos immer leiser zu machen. Jetzt lassen es die Forscher des Stuttgarter Konzerns aber mal richtig krachen. Sie haben ein Schallhorn konstruiert, das die lautesten Rockbands der Welt vor Neid erblassen ließe. Das acht Meter lange Exponential-Horn erzeugt Schallwellen einer Stärke von maximal 150 Dezibel – das übertrifft die Lautstärke von zehn startenden Düsenjägern. Mit dem Donnerhorn werden im Schall-Labor Solarzellen auf Satellitenpaneelen Belastungstests unterzogen. Denn diese Bauteile können beim Start der Trägerrakete durch den hohen Schalldruck zerstört werden. Der ohrenbetäubende Lärm des „ Instruments” wird in einem oszillierenden Ventil erzeugt. Ein Kompressor drückt mit vier Bar bis zu 2500 Kubikmeter Luft pro Stunde durch dieses Ventil. Die Schallwellen werden mit dem Horn verstärkt und in einen schallharten Raum geleitet, wo dann die Bauteile den infernalischen Klängen ausgesetzt sind.
Hans Groth




