Wissensbuch des Jahres 2024 in der Kategorie ZÜNDSTOFF
Die Journalistinnen stellen die Spannungsfelder um folgende Fragen vor: Wer bestimmt die Nutzung? Wem gehört das Land? Wer kauft die Flächen auf, wer spekuliert damit an der Börse? Oder sie schildern, wie Bauern ihre Äcker verlieren, weil die Pacht unbezahlbar wird. Sie erzählen vom Leben im Untergrund, von Wurzeln und Würmern, dem Wert von fruchtbaren Böden in Stadt und Land, und wie er bedroht, geschädigt, oft vergiftet und erodiert ist.
Eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik könnte das ändern, aber das sei in weiter Ferne. Denn die „Beharrungskräfte der fossilen Wachstumswirtschaft im Land der Autos, Chemie- und Fleischindustrien“ seien schier unüberwindbar.
Busse und Grefe nennen klipp und klar die Verantwortlichen und klagen, dass sich in der Politik kaum einer traue, auszusprechen, was getan werden müsste. Sie fordern in Anlehnung an den Titel eines Katastrophenfilms: Don’t look up, look down – schaut auch auf die Erde. Ihnen ist ein kluges, kundiges und aufrüttelndes Buch voller aktueller Bezüge gelungen. Katja Maria Engel
Christiane Grefe, Tanja Busse
DER GRUND
Die neuen Konflikte um unsere Böden
Kunstmann, 240 S., € 24,–
ISBN 978-3-95614-585-8





