In der zweiten Hälfte zeigt das Buch seine besondere Stärke: Ziegler gibt dem Leser eine Vorstellung davon, wie Mathematiker ticken, was sie fasziniert und wie sie bei ihrer Forschung vorgehen. Dabei umgeht er es weitgehend, die mathematischen Inhalte zu erklären, die sowieso für den Normalsterblichen in der Regel zu abstrakt und kompliziert sind. Stattdessen widmet er etwa ein ganzes Kapitel den verschiedenen Orten, an denen Mathematik schon entstanden ist: am Schreibtisch, an der Kaffeemaschine, im Café, im Bett, in der Kirche, im Gefängnis, am Strand. Und die Kurzporträts von einigen seiner Kollegen geben dem Laien sicher eine bessere Einsicht in die bizarre Welt der Zahlen, als es mit drögen Formeln möglich wäre.
Wolfgang Blum





