Häufig berichten Medien über Jugendliche, die in sozialen Netzwerken wie Facebook gemobbt werden. Immer wieder soll es auch zu Selbsttötungen nach solchen Attacken kommen. Doch Schweizer Forscher berichten jetzt: Die Gefahr durch „Cybermobbing” wird überschätzt.
Die Wissenschaftler um Sonja Perren von der Pädagogischen Hochschule Thurgau in Kreuzlingen hatten rund 950 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren nach ihren Erfahrungen mit Mobbing befragt. Ergebnis: Cybermobbing ist um den Faktor 3 weniger häufig als Mobbing in der realen Welt. „Die Einschätzung”, erklärt Perren, „dass Jugendliche dank der neuen Möglichkeiten gedankenlos drauflos mobben, ist weit von der Realität entfernt. Cybermobbing kann zwar schlimmer sein als gewöhnliches Mobbing, doch massive Attacken kommen fast nie vor.”
Die Forscher empfehlen, Schüler, Eltern und Lehrer verstärkt auf ihre Mitverantwortung aufmerksam zu machen. Denn nicht nur Mobber und ihre Mitläufer seien für das Mobben verantwortlich, sondern auch alle, die bei solchen Attacken nicht eingreifen.





