Er gilt als ein Mann, der das Unmögliche möglich macht. In den 1990er-Jahren verkündete Craig Venter großspurig, mit seiner Firma „Celera” das menschliche Genom entschlüsseln zu wollen – um im Jahr 2000 Vollzug zu melden. Es war ein Hightech-Parforceritt, der in der Automatisierung biochemischer Reaktionen Maßstäbe setzte. Die wissenschaftliche und unternehmerische Reputation des amerikanischen Biochemikers steht außer Frage. Doch seine ethischen Prinzipien sind in die Kritik geraten: Venter ließ von Anfang an Gen-Sequenzen patentieren, was einer Privatisierung von Erbgut gleichkommt. In einem späteren Projekt fahndete er nach unbekannten Mikroorganismen in der Tiefsee. Jetzt bastelt der Paul-Ehrlich-Preisträger an der Umsetzung einer neuen Utopie: der Schaffung künstlichen Lebens, um die Menschheit von ihren Energieproblemen zu befreien und um – nebenbei – Milliarden Dollar zu verdienen.





