Warum klingen die Instrumente des legendären Geigenbaumeister Antonio Stradivari (1644 bis 1737) so voll und so rein? Darüber zerbrachen sich über Jahrhunderte Fachleute die Köpfe. Bis jetzt waren viele der Meinung, Stradivari habe das Geheimnis des guten Tons mit ins Grab genommen. Der amerikanische Forscher Joseph Nagyvary von der A&M Universität Texas meint aber, des Rätsels Lösung endlich gefunden zu haben: Abgesehen von seinen handwerklichen Fähigkeiten und der Entwicklung einer neuen Geigenform, behandelte Stradivari seine Instrumente während einer Holzwurmepidemie in Norditalien mit dem Holzschutzmittel Borax – einer Substanz, die aus dem Salz der Borsäure gewonnen wird und die bereits im Mittelalter bekannt war. Laut Nagyvary kittet Borax die Moleküle des Holzes fester zusammen und verbessert so den Klang einer Geige. Allerdings vermutet der Forscher, daß dem Meister selbst der Grund für die außergewöhnliche Klangqualität seiner Instrumente gar nicht bewußt war – Stradivari wollte mit Borax die Geigen einfach nur vor Wurmbefall bewahren.




