Ob in der Werbung, auf den Titelseiten der Illustrierten oder im Internet: Viele Medien vermitteln das Ideal eines schlanken, durchtrainierten und ewig jungen Körpers, den es mit Hilfe von Diäten, Sport und teuren Lifestyle-Produkten zu erreichen gilt. Zahlreiche Studien haben sich bereits damit beschäftigt, wie sich solche Einflussfaktoren auf das Selbstbild von Frauen auswirken. „Die meisten Studien beschränken sich üblicherweise auf junge, weiße Frauen aus westlichen Ländern“, erklärt ein Team um Louise Hanson von der Durham University in Großbritannien. „Zudem legen sie den Fokus meist auf negative Einstellungen zum eigenen Körper statt auf positive.“
Kulturelle Unterschiede
Hanson und ihr Team haben eine breitere Sichtweise gewählt. „Wir haben auch ältere Frauen sowie Frauen aus anderen Kulturen einbezogen, da diese Gruppen in der Vergangenheit oft ignoriert wurden“, berichtet Hanson. Für die aktuelle Studie befragten die Forschenden neben weißen Frauen aus Australien, Kanada, Großbritannien und den USA auch Teilnehmerinnen aus China und Nigeria. Insgesamt 1186 Frauen zwischen 18 und 80 Jahren füllten Fragebögen zu positiven Gefühlen gegenüber dem eigenen Körper aus. Zudem gaben sie an, inwieweit sie Druck aus den Medien oder ihrem sozialen Umfeld empfanden, ihren Körper zu optimieren.
Das Ergebnis: „Wir haben herausgefunden, dass die Wertschätzung des Körpers über alle Altersgruppen hinweg relativ stabil ist und dass der soziokulturelle Druck in allen Kulturen spürbar ist. Das Ausmaß, in dem dieser Druck empfunden wurde und woher er kam, unterschied sich jedoch von Kultur zu Kultur“, erklärt Hanson. So gaben nigerianische Frauen hinweg durchschnittlich die höchste Wertschätzung für den eigenen Körper an, westliche Frauen die niedrigste.
Schönheitsideale verringern Selbstwertschätzung
„Je mehr die Befragten gesellschaftliche Ideale für Schlankheit und Sportlichkeit verinnerlicht hatten und je mehr soziokulturellen Druck sie wahrnahmen, desto geringer war ihre Wertschätzung für den eigenen Körper“, erläutert das Team. Dabei gaben weiße westliche Teilnehmerinnen an, besonders viel Druck aus den Medien zu erfahren. Chinesische Frauen hingegen berichteten vor allem von Druck durch Familie und Freunde. Während der Druck aus dem sozialen Umfeld bei westlichen und nigerianischen Frauen mit zunehmendem Alter abnahm, berichteten Chinesinnen aller Altersgruppen über gleichbleibend hohen sozialen Druck. Den Einfluss der Medien stuften sie hingegen deutlich geringer ein als westliche Frauen.
„Auf der Grundlage unserer Ergebnisse schlagen wir vor, dass sich Maßnahmen zur Verbesserung der Zufriedenheit mit dem eigenen Körper an alle Altersgruppen richten sollten, nicht nur an jüngere Frauen“, sagt Hanson. „Darüber hinaus sollten die Maßnahmen auch auf kulturelle Unterschiede zugeschnitten sein. Beispielsweise sind Maßnahmen zur Verbesserung der Medienkompetenz wahrscheinlich besonders für weiße westliche Frauen hilfreich, die in diesem Bereich den größten Druck empfanden.“





