Blutplättchen (Thrombozyten) galten bisher vor allem als Füllmaterial für die Blutgerinnung. Sie enthalten keinen Zellkern und damit keine DNA mit Bauplänen für Proteine. Forscher der Universität Utah haben jetzt entdeckt, dass die Thrombozyten bei ihrer Entstehung einen Vorrat an Abschriften der DNA – die mRNA – mit auf den Weg bekommen. Insgesamt haben sie 35 verschiedene mRNA gefunden, die als Vorlage für 35 unterschiedliche Proteine dienen. Eines davon ist der Botenstoff Interleukin 1, der bei einer Entzündung freigesetzt wird. Nun können Forscher gezielt nach Medikamenten suchen, die direkt auf die Thrombozyten wirken.
Thomas Wilke




