Um einen wohlschmeckenden Gerstensaft zu produzieren, muss der Braumeister den Gärprozess zum richtigen Zeitpunkt unterbrechen und von Hand Proben des Bieres nehmen. Ein Analysesystem, das automatisch über den Alkoholgehalt der Würze und damit über den Stand der Gärung informiert, gibt es bisher nicht. Jetzt hat Siemens ein Mini-Labor für solche Zwecke entwickelt: Das scheckkartengroße „Lab-on-a-Chip” nutzt die Kapillarelektrophorese, um die Zusammensetzung des Biers in nur etwa drei Minuten zu messen. Dazu wird die Flüssigkeit durch ein elektrisches Feld in einer Kapillare geleitet. Die gelösten Stoffe wandern unterschiedlich schnell und werden am Ende des Röhrchens von einem Detektor erfasst. Eine Software berechnet dann ihren Gehalt. Bisherige Analysegeräte dieser Art benötigen bis zu einer Stunde für die Untersuchung – zu lange für eine Brauerei.
Hans Groth




