Das bedeutet: Die Altersstruktur der Bevölkerung hat sich durch die seit vielen Jahren sehr niedrige Geburtenrate so verändert, dass es inzwischen weniger Kinder gibt als Erwachsene im fortpflanzungsfähigen Alter – ein Phänomen, das in der Geschichte bisher noch nie für einen ganzen Kontinent beobachtet wurde. Die Folge: Selbst wenn die Geburtenrate – sie beträgt derzeit in Europa 1,5 Kinder pro Frau – künftig wieder wächst, wird die Einwohnerzahl Europas abnehmen. Nach den Berechnungen der österreichischen Demographen wird sie von heute 376 Millionen bis 2010 auf rund 290 Millionen sinken, falls die Geburtenrate weitere 20 Jahre lang auf dem heutigen Niveau verharrt. Selbst wenn die Geburtenrate in Europa ab sofort wieder auf zwei Kinder pro Frau steigen sollte, wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2100 um rund 15 Millionen schrumpfen. Eine mögliche Zuwanderung von außen ist in diesen Zahlen allerdings nicht berücksichtigt. Ursache für die negative Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung sind nicht allein die niedrigen Geburtenraten, sondern ist auch die Tatsache, dass Frauen in Europa im Schnitt immer älter werden, ehe sie Kinder bekommen.
Hans Groth




