Bei der Erfindung der Schraube und der Mutter ist uns die Natur offenbar zuvorgekommen: Beim Bewegungsapparat des Rüsselkäfers Trigonopterus oblongus haben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) einen bisher im Tierreich unbekannten Mechanismus entdeckt. Die Hüften des nur wenige Millimeter großen Insekts besitzen keine Kugel- oder Scharniergelenke, sondern die Teile der Gelenke greifen wie Schraube und Mutter ineinander. Die Beine des Tieres sind quasi angeschraubt. Der Biologe Thomas van de Kamp, der am KIT die ungewöhnliche Verbindung untersucht hat, glaubt, dass alle Rüsselkäferarten über ein solches Gelenk verfügen: „Wir haben inzwischen auch bei anderen Arten Schraubengelenke gefunden. Wahrscheinlich laufen Rüsselkäfer schon seit 100 Millionen Jahren mit ihnen herum.” Die Wissenschaftler meinen, dass die Konstruktion den Käfern das Klettern erleichtert, weil diese durch das Schraubengelenk mit ihren Beinen weiter nach unten greifen können.




