Die Gefahr war groß, dass dabei ein Menschenzoo entsteht. Aber Nelson hatte ein gutes Vorbild: den amerikanischen Ethnologen und Fotografen Edward Sheriff Curtis. Der porträtierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderte nordamerikanischer Indianer. Diese Bilder sind heute Klassiker, allesamt streng, statuarisch, entrückt – und würdevoll. Das ist auch im vorliegenden Buch gelungen.
Warum er denn die Abgebildeten so inszeniere, fragte ihn die Journalistin Marion Meier auf den Online-Seiten der „Welt”. Nelson antwortete: „Auf einem Titelbild in der entwickelten Welt zeigen wir uns ja auch nicht unbedingt, wie wir aussehen, sondern wie wir aussehen möchten. So wollte ich den Menschen ein Denkmal setzen.”
Thorwald Ewe





