Ein Automat aus Thailand, der Einbrecher vertreiben oder erschießen soll, veranlaßt Forscher, Gesetze für Roboter zu fordern. „Roboguard” beobachtet mit einer Videokamera seine Umgebung. Nimmt er eine verräterische Bewegung war, peilt er mit Infrarotsensoren den vermeintlichen Eindringling an, richtet sein Gewehr aus und schießt. Noch ist der Roboter nur mit einem Luftgewehr ausgestattet, doch das kann man jederzeit durch ein Maschinengewehr ersetzen, erklärt Pitikhate Sooraksa, der Roboguard konstruiert hat.
Angeblich interessieren sich nicht nur Privatmenschen, sondern auch das Militär für die Maschine. Vielleicht ist es sogar einfacher, aus Roboguard einen Soldaten zu machen als einen Wachmann. Als Wachmann müßte Sooraksa dem Automaten noch beibringen, auf wen er nicht schießen darf. Etwa auf spielende Kinder, die ihm auf einem abgelegenen Grundstück vor die Flinte laufen könnten. Wenn Roboguard jedoch auf einem Schlachtfeld der Zukunft in die Reihen des Feindes eindringt, könnte er alles töten, was sich bewegt. Die Amerikaner Hod Lipson und Jordan Pallack suchen systematisch nach Konstruktions-Prinzipien für autonome Roboter: Die dafür notwendigen Forschungsarbeiten überlassen Sie einem Computer, der selbständig frei bewegliche Roboter entwirft und baut. Der Rechner simuliert zunächst in einem virtuellen Raum die Bewegungen von Robotern aus Stäben und Gelenken. Anschließend dürfen sich die schnellsten Automaten vermehren und werden repliziert.
Die „Roboter-Babys” verändert der Computer leicht nach einem Zufallsprinzip. Auch aus der neuen Generation dürfen sich dann nur die schnellsten vermehren. Nach mehreren Generationen der künstlichen Evolution läßt der Rechner seine Sprößlinge mit Hilfe eines 3D-Druckers Wirklichkeit werden. Nur bei Installation von Motoren und künstlichen neuronalen Netzen als „Gehirne” müssen noch Menschen assistieren. „Wir brauchen Gesetze für Roboter”, sagt Kevin Warwick von der Universität Reading angesichts der gegenwärtigen Entwicklung. Weitsichtig hatte Isaak Asimov bereits 1940 drei Gesetze für Roboter vorgeschlagen: 1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen. 2. Er muß Anweisungen von Menschen gehorchen, wenn diese dem ersten Gesetz nicht widersprechen. 3. Er soll seine Existenz sichern, solange dies nicht gegen das erste oder zweite Gesetz verstößt. Doch Warwick befürchtet: „ Roboter werden Wege finden, die Regeln zu umgehen.”
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Andreas Wawrzinek




