Seit 50 Jahren suchen Astronomen nach extraterrestrischen Zivilisationen – mit denen Sie als Science-Fiction-Autor fast täglich Umgang haben. Wie muss man sich das vorstellen?
Mit einem menschlichen Gehirn versehen, kann ich mir leider nichts wirklich anderes vorstellen als das Menschliche. Meist sind meine außerirdischen Figuren deswegen Verschnitte aus Verhaltensweisen und Vorstellungen zeitlich oder räumlich weit entfernter menschlicher Kulturen einerseits und aus Leibern andererseits, die ich aus „Grzimeks Tierleben” entleihe – das Leben hienieden ist unerschöpflich wunderbar.
Sind die Extraterrestrier nicht bloß eine Projektion irdischer Sehnsüchte und Ängste an den Himmel?
Ja, wenn auch leicht ins Groteske verzerrt. Dabei zeigen alle Außerirdischen gewisse Eigenarten, die ich für Universalien des Lebens halte: Das Leben will leben, sich erhalten und sich dokumentieren. Warum sollte das unter dem Licht einer roten oder blauen Sonne, unter der halben oder der hundertfachen Schwerkraft der Erde anders sein?
Sie schreiben auch für die Romanserie „Perry Rhodan”, die seit 1961 wöchentlich erscheint. Wie hat sich seither das Bild der Außerirdischen verändert?
Anfangs waren sie meist schiere Widersacher – nur von außen betrachtete Figuren. Nach Äußerlichkeiten bezeichnete man sie auch: Kreaturen mit blauem Fell hießen Blues, solche mit zwei Nasen Twonoser. Heute sind wir neugieriger auf das Innenleben der Fremden. Sie wollen, wie wir, das Gute. Aber darüber, was gut ist und erstrebenswert, gehen die Fan-tasien auseinander – erst recht in den unendlichen Weiten des Weltalls.
Wenn Sie E-Mail-Kontakt mit Außerirdischen bekämen, was würden Sie fragen?
Was ist für Sie Glück?




