Am 11. November 1572 machte der berühmte dänische Astronom Tycho Brahe eine Aufsehen erregende Entdeckung. Der Forscher beobachtete einen scheinbar neuen Stern am Himmel. Er war so hell, dass man ihn zwei Wochen lang sogar am Taghimmel erkennen konnte und stand im Sternbild Cassiopeia.
Brahe konnte damals natürlich nicht wissen, dass er in Wirklichkeit die Explosion eines alten, ausgebrannten Sterns sah. Es handelte sich um eine Supernova vom Typ Ia. Dabei wird ein so genannter Weißer Zwerg mit Materie von einem nahen Nachbarstern überschüttet, bis er schließlich explodiert. Ein internationales Astronomenteam um Pilar Ruiz-Lapuente von der Universität Barcelona hat diesen Nachbarstern nun entdeckt.
Mit dem 4,2-Meter-William-Herschel-Teleskop auf La Palma nahmen die Forscher alle Sterne in der Zentralregion des Supernova-Überrests ins Visier. Der Explosionszünder verriet sich durch seine Zusammensetzung und seine dreimal höhere Geschwindigkeit. Er wurde davongeschleudert, als der Schwereeinfluss seines zerrissenen Nachbarn verschwand. Weitere Beobachtungen mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii und dem Hubble-Weltraumteleskop bestätigten den Verdacht der Wissenschaftler.
Die Daten widerlegen eine alternative Erklärung der Supernova. Dieser Annahme zufolge hätten sich einst zwei Weiße Zwerge umrundet und durch die Abstrahlung von Gravitationswellen immer mehr angenähert, bis sie miteinander kollidierten und die Sternexplosion verursachten. „Tychos Supernova kann aber nicht durch diesen Mechanismus erzeugt worden sein, denn dann hätten wir sicherlich keinen übrig gebliebenen Stern entdeckt”, sagt Alex Filippenko von der University of California in Berkeley.




