Bisher gingen Biologen davon aus, dass Vögel ihren Gesang nur durch die Veränderung ihrer Schnabelöffnung variieren und ihr Stimmtrakt starr ist. Das hat jetzt ein deutsch-amerikanisches Forscherteam um Tobias Riede von der Berliner Humboldt-Universität widerlegt. Die Wissenschaftler hatten Röntgenaufnahmen von zwitschernden Roten Kardinälen (Cardinalis cardinalis) gemacht und dabei entdeckt, dass die Tiere ihre Töne in der Kehle formen. Während des Gesangs bewegt sich das Zungenbein der Vögel zyklisch und der Durchmesser der Speiseröhre verändert sich. Dadurch wird im Rachen Raum frei, um tiefere Frequenzen zu erzeugen. „Singvögel haben damit eine Analogie zum Menschen”, meint Riede. „Nämlich eine präzise Bewegungssteuerung, um in der Kehle komplexe Laute zu erzeugen.”




