Die auf der indonesischen Insel Borneo lebende Baumfrosch-Spezies Metaphrynella sundana kann ihren Gesang der Akustik ihrer Umgebung anpassen. Das haben Wissenschaftler um Björn Lardner vom Field Museum of Natural History in Chicago herausgefunden. Zur Paarungszeit sitzen die Froschbullen in wassergefüllten Baumlöchern und versuchen durch hochfrequente Rufe, Weibchen anzulocken. Was Lardner dabei verwunderte, war, dass die engen Höhlen den Gesang eigentlich abdämpfen und die Brautwerbung beeinträchtigen müssten – was aber offenbar nicht der Fall ist. Um dieses Phänomen zu erforschen, setzte er einen Frosch in einen Plastikzylinder, der mit Wasser gefüllt war, und zeichnete die „Liebeslieder” auf. Dabei stellte der Forscher fest, dass das Tier in unterschiedlichen Frequenzen zu singen begann – und zwar so lange, bis es die Frequenz getroffen hatte, die den Resonanzeigenschaften des Wasserzylinders optimal entsprach. Dann wurden die Rufe verstärkt. Veränderte Lardner die Wassermenge in dem Container, so begann der Frosch erneut mit der Suche nach dem besten Ton.
Hans Groth




