
In Kombination mit GPS-Daten einzelner Tiere konnten die Biologen ermitteln, wann sich die Dickhäuter wo am liebsten tummeln. Das ist wichtig, um die schätzungsweise 25.000 Elefanten Namibias angemessen zu schützen. Denn obwohl das Land für seine weitläufigen Nationalparks bekannt ist, sind die Tiere auch hier zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt, zum Beispiel der Wilderei, der Verstädterung oder Konflikten mit Menschen. Wenn man jedoch die bevorzugten Aufenthaltsorte der Dickhäuter kennt, ließe sich einigen brenzligen Situationen in Zukunft vorbeugen.
Das Forschungsteam hat zum Beispiel bereits herausgefunden, dass die Elefanten Namibias sich am liebsten in flachen, üppig bewachsenen Gebieten abseits der Städte aufhalten. Für weibliche Elefanten scheint ein ausgiebiges Nahrungsangebot dabei nochmal eine größere Rolle zu spielen als für die Bullen. Schließlich bewegen sich die Weibchen meist in Familiengruppen mit anderen Elefantenkühen und den Kälbern und sind deshalb auf größere Nahrungsmengen angewiesen. „Männliche Elefanten neigen im Allgemeinen dazu, sich zu zerstreuen“, erklärt Aung Chan von der Colorado State University.
Die GPS-Daten offenbarten außerdem drei bislang unbekannte Korridore zwischen dem Etosha-Nationalpark und geschützten Gebieten in der Kunene-Region. Die Elefanten bevorzugen es zwar, innerhalb „ihres“ Schutzgebietes zu bleiben, doch Verbindungen zwischen beiden Regionen könnten irgendwann essenziell für das Überleben der Dickhäuter sein. Durch sie steht den Elefanten mehr Raum für die Wasser- und Nahrungssuche zur Verfügung und außerdem können sich die verschiedenen Populationen so untereinander fortpflanzen, was Vielfalt in den Genpool bringt.




