Amerikanische Teilchenphysiker des Lawrence Berkeley National Laboratory haben ein Verfahren vorgestellt, mit dem man Tonträger aus Wachs, Schellack oder Vinyl kopieren kann, die so alt sind, dass sie bereits durch einmaliges Abspielen mit einer Tonabnehmernadel zerstört würden. Die Wissenschaftler um Carl Haber benutzen dazu einen Lichtsensor, der ursprünglich dazu entwickelt wurde, den Weg subatomarer Teilchen zu verfolgen. Dieser Sensor erfasst die Oberfläche einer Schallplatte oder Tonwalze und erstellt so eine Art Landkarte der Plattenrillen. In einem zweiten Schritt kommt ein Bilderkennungsverfahren zum Einsatz, das Fehler wie Kratzer und Verschmutzungen von den eigentlichen Toninformationen unterscheidet. Dadurch kann die Klangqualität erheblich verbessert werden. Schließlich übersetzt eine spezielle Software die gewonnenen Daten in Töne, die dann auf eine CD überspielt werden können. Mit ihrer neuen Technik haben die Forscher bereits eine knack- und rauschfreie Kopie von Marian Andersons „Nobody knows the trouble I’ve seen” aus dem Jahr 1947 hergestellt. Da die neue Methode berührungsfrei arbeitet, können laut Haber aber auch zerbrochene oder beschädigte Tonträger rekonstruiert und kopiert werden. Das Verfahren analysiert in diesem Fall die einzelnen Bruchstücke der Platte und setzt die Daten dann auf digitalem Weg zusammen.
Syphilis auf dem Vormarsch
Beinahe eine ganze Generation von deutschen Ärzten kennt Syphilis-Erkrankungen nur noch aus Abbildungen in Lehrbüchern. Die gefährliche Geschlechtskrankheit schien in den neunziger Jahren in Westeuropa ausgestorben zu sein. Doch jetzt hat das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) Besorgnis erregende Zahlen veröffentlicht: Danach nehmen seit einigen Jahren in Deutschland die Syphilis-Erkrankungen wieder zu. 2002 wurden 2275 Fälle registriert, rund 720 mehr als im Jahr zuvor. Laut RKI geht diese Zunahme vor allem auf Infektionen bei homosexuellen Männern zurück. Das Institut geht davon aus, dass die Angst vor Geschlechtskrankheiten wieder abnimmt. In den neunziger Jahren habe man sich aus Angst vor Aids ausreichend vor Ansteckungen geschützt, dies sei jetzt aber oft nicht mehr der Fall.
Syphilis wird beim ungeschützten Geschlechtsverkehr durch das Bakterium Treponema pallidum übertragen, äußert sich zunächst durch ein schmerzfreies Geschwür und verläuft in mehreren Stadien. Besonders gefürchtet ist dabei das vierte und letzte Stadium, in dem das Nervensystem so schwer geschädígt wird, dass der Patient schließlich stirbt. Die Krankheit kann jedoch mit Penicillin erfolgreich behandelt werden. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass eine Syphilis-Infektion möglichst rechtzeitig erkannt wird.




