Ein Verfahren zur Steigerung der Effizienz von Tensiden in Waschmitteln haben Reinhard Strey und Thomas Sottmann vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Köln in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich entwickelt. Tenside sind der waschaktive Bestandteil von Waschmitteln in Haushalt und Industrie. Sie sind für das Mischen von Wasser und Öl verantwortlich, da sie aufgrund ihrer bipolaren Eigenschaften Fettpartikel umschließen und so im Wasser lösen können (bild der wissenschaft 6/2001, „Tuning für Waschmittel”). Die Effizienzsteigerung der Tenside gelang den Forschern jetzt durch den Einsatz eines so genannten amphiphilen Blockcopolymers. Das langkettige Molekül ist ähnlich aufgebaut wie herkömmliche Tenside, aber etwa hundertmal so groß.
Dadurch kann es mit seinen fettanziehenden Enden die Oberfläche eines Öltropfens weitaus wirkungsvoller angreifen. Die Wissenschaftler versprechen sich von dem neuen Verfahren eine Reduzierung der benötigten Tensidmenge in Waschmitteln um 90 Prozent, was eine deutliche Entlastung der Umwelt zur Folge hätte. Für die Entwicklung des Verfahrens wurden sie jetzt mit dem Erwin Schrödinger-Preis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ausgezeichnet.
Kein Glück bei den Frauen
Wenn bei der Transplantation eines Herzens oder einer Niere das Organ von einer Frau stammt, hat der Patient schlechtere Überlebenschancen und das Organ wird häufiger abgestoßen als bei einem männlichen Spender. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Forscher hatten die weltweit größte Datensammlung in der Transplantationsmedizin ausgewertet, die internationale Collaborative Transplant Studie. Sie enthält unter anderem Daten von 32000 Herz- und 212000 Nierenverpflanzungen. Danach versagt bei 25 Prozent der Männer, denen ein weibliches Herz transplantiert wurde, das Organ nach einem Jahr. Bei den Herzempfängern insgesamt sind es 20 Prozent. Weibliche Empfänger haben offensichtlich keine Nachteile durch ein gleichgeschlechtliches Spenderherz. Bei Nierentransplantationen haben Männer ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko, dass ein weibliches Organ versagt, bei Frauen ist das Risiko um 15 Prozent erhöht. Im Durchschnitt müssen 10 Prozent aller Nierenempfänger mit einem Versagen des Organs innerhalb des ersten Jahres rechnen. Eine Erklärung dafür gibt es noch nicht. Die Forscher spekulieren, ob weibliche Geschlechtshormone und geschlechtsspezifische Merkmale des Immunsystems eine Rolle spielen.
Hans Groth




