Albert Einstein (1879 bis 1955) führte in Berlin mit seinem holländischen Kollegen Wander Johannes de Haas Experimente zum Magnetismus von Eisen durch. Nach den damaligen Berechnungen zum so genannten gyromagnetischen Faktor sollte bei den Versuchen der elegante Wert 1 herauskommen. Nach zwei Messreihen erhielten die Forscher jedoch die Ergebnisse 1,45 und 1,02. Sie veröffentlichten lediglich den zweiten Wert. Später stellte sich heraus, dass sauber durchgeführte Experimente den Wert 2 ergeben hätten. Nach der peinlichen Diskrepanz befragt, gestand Haas die Unterschlagung des zweiten Ergebnisses. Das gemessene Phänomen heißt bis heute „Einstein-de-Haas-Effekt”.
Diebischer Direktor
Peter Seeburg, Direktor am Heidelberger Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, gestand 1999, gentechnisches Material aus einem Labor der University of California in San Francisco gestohlen zu haben. In dem Labor hatte er selbst einmal gearbeitet und kannte daher alle Sicherheitssysteme. Für die Firma Genentech entwickelte Seeburg mit Hilfe der Gene ein lukratives Wachstumshormon. In einer Veröffentlichung im Magazin Nature behauptete er später, das Gen- material selbst hergestellt zu haben. Molekül-Zauberer
1994 wurde Guido Zadel über Nacht berühmt. Der Bonner Chemiker – von dem heute nicht einmal in der Universitäts-Pressestelle ein Bild existiert – behauptete, mit Hilfe eines Magnetfeldes die Drehrichtung von Molekülketten verändern zu können. Das könnte Katastrophen wie die Contergan-Missbildungen verhindern: Der Wirkstoff Thalidomid war in seiner rechtsdrehenden Variante ein Schlafmittel, seine ebenfalls in Contergan-Tabletten enthaltene linksdrehende Form erzeugte jedoch Missbildungen bei Embryonen. Flugs meldete eine Karlsruher Firma ein Patent auf Zadels Verfahren an. Doch das Experiment funktionierte nur, wenn Zadel selbst bei den Versuchen anwesend war.
Andreas Wawrzinek





