Gedränge kann er überhaupt nicht leiden. Das führte auf einem überfüllten Straßenfest sogar schon einmal dazu, dass Armin Seyfried (*1966) Kind und Kegel packte und sich auf dem kürzestem Weg aus dem Staub machte – der Kinderwagen blieb in der Menge zurück. Dass der Familienvater sich heute beruflich mit großen Menschenmassen auseinandersetzt, ist aber eher Zufall: Seinem Studium der Theoretischen Physik an der Bergischen Uni- versität Wuppertal schloss Seyfried eine Promotion an und verbrachte nach deren Abschluss 1998 ein weiteres Forschungsjahr in der Teilchenphysik. Danach verabschiedete er sich erst einmal von der Forschung und beschäftigte sich stattdessen mit Brandschutz: In einem Ingenieurbüro beriet er Architekten in der Planungsphase zu diesem Thema. Dabei musste er feststellen, dass die heutigen Werkzeuge zur Brandsicherheit alles andere als vertrauenserweckend sind. Als sich 2004 die Gelegenheit bot, am Forschungszentrum Jülich an der Verbesserung solcher Konzepte zu arbeiten, zögerte er deshalb nicht – und darf jetzt zu Studienzwecken von oben auf das Gedränge herabblicken. ska





