Die Klimakapriolen des Eiszeitalters sorgten mehr als zwei Millionen Jahre lang auf der Arabischen Halbinsel für ein Hin und Her zwischen lebensfreundlichen und lebensfeindlichen Zeiten. Von Bohrkernen aus Meeressedimenten stammt die Einteilung dieser Klimaabschnitte in „Marine Isotopenstadien”, kurz MIS. Sie kennzeichnen – vergröbert – die Abfolge von Kaltzeiten (Glazialen) und Warmzeiten (Interglazialen). In der Grafik oben sind MIS 1 bis 4, der Zeitraum seit 74 000 Jahren, mit der rekonstruierten Regenwahrscheinlichkeit zusammengefasst. In feuchteren Klimaphasen zog Arabien wohl schon viel früher Menschen aus Afrika an: Vor 135 000 Jahren war der Wasserstand im Roten Meer extrem niedrig (kleine Grafik unten rechts) – da fiel es leicht, das Rote Meer zu überwinden. In der vor 130 000 Jahren beginnenden Warmzeit MIS 5a (Eem-Interglazial) trafen die Einwanderer auf günstige Bedingungen. In späteren Trockenphasen wurden sie zu Klimaflüchtlingen – oder gingen zugrunde.




