Mediziner der Universität Witten-Herdecke raten davon ab, Kindern bei einer Mittelohrentzündung sofort Antibiotika zu geben. Es sei nach Prüfung der derzeitigen Studienlage wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, dass in Deutschland fast alle Kinder mit Antibiotika therapiert würden, während es im Nachbarland Holland nur 31 Prozent seien. Antibiotika könnten zwar die Krankheit etwas verkürzen, führten aber oft zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag oder Durchfall. Ernsthafte Komplikationen bei einer Mittelohrentzündung seien sowohl mit als auch ohne Antibiotika nahezu gleich selten. Im Internet geben die Experten aus Witten-Herdecke betroffenen Eltern weitere Tipps: www.patientenleitlinien.de.
Thomas Willke




