Viele Männer berichten von Hemmungen, auf öffentlichen Toiletten zu urinieren. Bei rund sechs Prozent aller Männer sind diese Schwierigkeiten so gravierend, dass sie den Alltag bestimmen: Die Männer vermeiden Feste, Kino- und Gaststättenbesuche, weil sie dort unter Umständen eine Toilette aufsuchen müssten. Die Folge ist ein sozialer Rückzug, der manchmal von starken Depressionen begleitet wird. Psychologen nennen dieses Krankheitsbild „Paruresis”. Die meisten Betroffenen trauen sich nicht, über ihre Schwierigkeiten zu sprechen, da sie Angst haben, als unmännlich zu gelten. Die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität hat sich jetzt als weltweit erste Institution zu einem Therapieprojekt entschlossen. Ziel ist dabei, die Phobie vor öffentlichen Toiletten abzubauen und den Patienten wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Die Therapiezeit beträgt drei Monate, dabei findet wöchentlich eine Sitzung statt. Männer, die an Paruresis leiden, können sich bei der Universität unter der Telefonnummer 0211|8113482 zur Teilnahme anmelden.
Hans Groth




