Eine auf Madagaskar entdeckte Ameisenspezies, Adetomyrma genannt, könnte das lang gesuchte evolutionäre Bindeglied zwischen Ameisen und den frühen Wespen sein, die schon zur Dinosaurierzeit lebten. Während bei anderen Ameisen Brust und Hinterteil durch zwei oder drei bewegliche Glieder miteinander verbunden sind, weist diese Art eine einfach eingeschnürte Wespentaille auf.
Auch das Sozialverhalten ist außergewöhnlich: Wie bei anderen Ameisenstaaten sind die Arbeiterinnen der Adetomyrma nicht in der Lage, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Normale Ameisen-Arbeiterinnen bekommen deshalb vorverdautes Futter von ihren Larven. Anders bei Adetomyrma: Sie saugen den Larven das Blut aus. Kaum entdeckt, droht den Vampir-Ameisen schon Gefahr, denn der Wald, in dem die erste Kolonie gesichtet wurde, soll gerodet werden.
Hans Groth




