Das Rätsel um die scheinbare Diskrepanz zwischen dem Alter des Weltalls und seiner ältesten Sterne scheint gelöst. Amerikanische Physiker gelangten nach der Auswertung von Meßdaten des europäischen Satelliten “Hipparcos” zu dem Schluß, daß die Sterne in verschiedenen Kugelsternhaufen bis zu vier Milliarden Jahre jünger sind als bisher angenommen. Ihr Alter geben die Forscher nun mit 11,5 Milliarden Jahren an. Etwa genauso alt schätzen sie auch das Universum.
Viele Jahre lang hatten sich die Astronomen in dem Dilemma befunden, daß es Sterne zu geben schien, die deutlich älter sind als das gesamte Weltall (bild der wissenschaft 2/1997 “Sterne älter als das All?”). Präzise Messungen der Entfernung zahlreicher Sterne durch Hipparcos brachten nun Licht in dieses Paradoxon: Kugelsternhaufen, die zu den ältesten Objekten im Weltall zählen, sind weiter entfernt als gedacht. Nach den anerkannten Sternmodellen strahlen sie daher mehr Licht aus und verbrauchen ihren Kernbrennstoff schneller als von den Astronomen bisher vermutet. Dies aber bedeutet: Die Sterne haben sich in der Vergangenheit rascher entwickelt – und müssen daher jünger sein.




