Was den medizinischen Fortschritt angeht, hegen offensichtlich selbst angesehene Forscher übertriebene Hoffnungen. Im Jahr 1987 hatte die US-Pharma-Firma Bristol-Myers 227 führende Wissenschaftler nach ihren Erwartungen für die nächsten 20 Jahre befragt. Fast 70 Prozent waren überzeugt, dass Krebs zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Gentherapie oder Immunaktivatoren wie Interleukine oder Interferon geheilt werden könne. 80 Prozent glaubten, fetale Gehirnzellen würden Alzheimer-Patienten wieder zu geistigen Höhenflügen verhelfen. Auch eine Impfung gegen HIV hielten die meisten für machbar. Eines sahen die Wissenschaftler allerdings korrekt voraus: Bei einem trivialen Schnupfen ist die Medizin heute noch genauso machtlos wie vor 20 Jahren.





