Dem Buch liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Erde ein dynamisches Gebilde ist, das sich wie ein einziges sich selbst regulierendes System verhält, in dem alles mit allem zusammenhängt. Diese Gaia-Hypothese, deren Mitbegründer Lovelock ist, begeisterte einst Öko-Bewegte und schreckte Wissenschaftler als esoterisch ab. Die Idee dahinter hat sich jedoch nach und nach als Prozess- und Kreislaufdenken durchgesetzt. Homo sapiens, so der Tenor des Buchs, mag zwar klüger sein als andere Arten, aber er steht trotz seines immensen Einflusses auf den Planeten (Stichwort: Anthropozän) mittendrin im Geschehen und keinesfalls als Geo-Ingenieur darüber. Sätze wie diese bringen das auf den Punkt: “An die Stelle des Menschen tritt vielleicht ein besseres Evolutionsexperiment. … Das Leben geht weiter – in welcher Form auch immer.”
Nach diesem großartigen Studium ‧naturale ist das Krönchen zwar verrutscht, doch der Kopf ist illuminiert – auch durch die herausragenden Illustrationen von Jack Hudson.





