Das waren noch Zeiten: Wenn man früher wissen wollte, wie das Wetter wird, sperrte man einen Laubfrosch in ein Einmachglas. Kletterte der Frosch die Leiter hoch, dann stieg auch das Barometer.
Heute sind die Wetterfrösche vollelektronisch, viel präziser, brauchen außer ein paar Batterien kein Futter, sind dafür aber auch etwas teurer. Zum Beispiel die Funkwetterstation WS-2000 vom Elektronikversand ELV: Eine Basisstation mit großer LCD-Anzeige wird über Funk von verschiedenen Außensensoren gefüttert und zeigt so ziemlich alle Wetterdaten an, die man sich wünschen kann: Innen- und Außentemperatur jeweils mit Feuchtigkeit, Luftdruck, Regenmenge, Windgeschwindigkeit und -richtung sowie die exakte Uhrzeit mit Datum. Mit zusätzlichen Sensoren lassen sich sogar die Temperaturen im Vorratskeller oder im Gartenteich messen.
Vor den Wetterbericht hat der Hersteller die Mühen der Installation gesetzt. Zwar lassen sich die Einzelteile ziemlich narrensicher handhaben, auch die Anleitung ist ausreichend, aber die Auswahl des richtigen Platzes für die Sensoren und die korrekte Montage erfordern Geduld und handwerkliches Geschick. So sollte der Außentemperatursensor im Schatten arbeiten, aber dennoch genügend Licht für die eingebaute Solarzelle bekommen, die den Sensor – wie bei allen anderen Außensensoren – mit Strom versorgt. Der Windmesser muß exakt nach Süden gerichtet werden, d amit die Windrichtung stimmt, und darf nicht von Häusern eingekesselt sein.
ELV gibt als Reichweite der Funkverbindung 100 Meter an. In der Praxis ist es deutlich weniger, da die Signale noch Fenster und Mauern durchdringen müssen. Im Test, wo die Sensoren etwa 10 bis 15 Meter von der Basisstation entfernt waren, klappte der Empfang auch durch Betonwände und Balkongitter einwandfrei.
Die WS-2000 macht sich auf vielfältige Weise nützlich: So erfährt man nebenbei, ob die Wäsche im Freien schneller trocknet als in der Wohnung, ob man den Garten wässern muß oder ob man die Hollywoodschaukel mit Sturmhaken sichern sollte. Eine echte Wettervorhersage liefert sie aber nicht, auch wenn es dafür auf dem LCD- Display eigens ein Feld mit Wölkchen-, Regen- und Sonnensymbolen gibt. Andererseits ist der Vergleich mit der Vorhersage aus den Medien ein gutes Training, um die Wetterentwicklung einschätzen zu lernen.
Die Preise Basisstation WS-2000B: DM 198,- Innensensor S-2000ID (Temperatur, Luftdruck, Feuchtigkeit): DM 148,- Außensensor S-2000A (Temperatur, Feuchtigkeit): DM 98,- Windsensor S-2000W: DM 198,- Regenmengenmesser S-2000R: DM 198,- (Komplettpaket: DM 798,-) Temperatursensor S-2000IA (wasserdicht): DM 95,- Innensensor S-2000I (ohne Luftdruck): DM 39,-
Der Anbieter ELV-Elektronik, Postfach, 26787 Leer Tel: 0491/600888 http://www.elv.de
Die Technik Die Außensensoren besitzen Solarzellen, die den nötigen Strom liefern. Bei Nacht oder schlechtem Wetter springt ein Akku ein. Die Daten werden alle drei Minuten für 0,2 Sekunden auf einer Frequenz von 433 Megahertz an die Basisstation gefunkt. Die ordnet jedem Meßwert die Uhrzeit zu und legt die Minimal- und Maximalwerte in einer Liste ab. Bei Über- oder Unterschreiten eines programmierten Wertes – zum Beispiel bei Frost – gibt die Station Alarm.
Der PC-Anschluß Für DM 149,- gibt es einen Funkempfänger, der die Daten aller Sensoren empfängt und auf den PC überträgt. Die Windows-Software ermöglicht die Aufzeichnung und Auswertung der Wetterdaten und damit eine langfristige Wetterbeobachtung.
Die Alternativen Der Elektronikversand Conrad (Tel: 0180/5312111) verkauft ein bis auf das Design der Basisstation identisches Komplettpaket für DM 799,-. Sowohl ELV als auch Conrad bieten noch eine Vielzahl verschiedener Kombinationen von Wetterstationen unterschiedlichen Designs mit zum Teil reduzierten Funktionen (zum Beispiel ohne Windmesser oder ohne PC-Schnittstelle) an.
Der Experimentierkasten Für DM 198,- gibt es vom Kosmos-Verlag “Kachelmanns Experimentierkasten”, der neben 50 Versuchen viele Informationen rund ums Wetter enthält.
Bernd Müller




