Er bezeichnet sich gern als „Himmelsgeologe”. Zu diesem schillernden Beruf kam der in Norditalien geborene Forscher nach einer eher trockenen Ausbildung: Er studierte Physik in Mailand und promovierte an der Universität von Namur (Belgien) in Mathematik. Dabei hätte er schon in der Masterarbeit gerne ein astronomisches Thema gewählt, fand aber keinen Betreuer. „Ich bin erst durch die Hintertür zur Astronomie gekommen”, sagt der 45-Jährige. Sein physikalisch-mathematischer Hintergrund prädestinierte ihn für die Feinheiten der Himmelsmechanik. Seit 1991 arbeitet Morbidelli am Observatoire de la Côte d’Azur. Für seine Arbeit erhielt er mehrere renommierte Preise, darunter den Urey-Preis der American Astronomical Society und den Preis der französischen Akademie der Wissenschaften. In seiner Freizeit ist er viel in der Natur unterwegs – von der Atacama-Wüste bis zum Gipfel des Mont Blanc. Hätte er noch einmal die Wahl, würde er ,richtige Geologie‘ studieren, wie er sagt – der Feldarbeit wegen.




