Agust Gudmundsson ist Isländer und arbeitet seit 2003 als Professor für Vulkanologie an der Universität Göttingen
Haben Sie selbst schon in der Blauen Lagune gebadet?
Ich nicht, aber viele meiner Freunde haben das getan. Es ist die beliebteste Touristenattraktion in Island. Selbst im Winter kommen Besucher. Die Blaue Lagune hat den Vorteil, dass sie in der Nähe des internationalen Flughafens Keflavik liegt. Auf dem Weg von dort – am äußersten Westen der Halbinsel Gullbringusysla – nach Reykjavik fährt man fast daran vorbei.
Wie beurteilen Ihre Bekannten ein Bad im warmen Wasser?
Sie sagen, es sei sehr gemütlich. Das Wasser hat eine hohe Dichte, deshalb hat man das Gefühl, sehr leicht zu sein. Es ist auch gut für die Haut und mit rund 40 Grad Celsius angenehm warm. Außerdem ist die Umgebung schön. Es gibt dort viele Geschäfte und ein Restaurant.
Woher kommt die leuchtend blaue Farbe der Lagune?
Sie stammt von Substanzen im Wasser, vor allem von Kieselerde.
War das Thermalschwimmbad Bestandteil der Kraftwerksplanung?
Nein. Ursprünglich lag das Reservoir, in das man das ausgediente Geothermalwasser einleitete, näher am Kraftwerk. Später hat man umstrukturiert und ein neues Becken gebaut. Daraus wurde die Blaue Lagune.
Ist die Gegend um die Blaue Lagune vulkanisch besonders aktiv?
Die Halbinsel, auf der die Blaue Lagune liegt, ist nicht sehr aktiv. Der letzte Vulkanausbruch liegt schon 600 Jahre zurück und ereignete sich in der Mitte der Halbinsel. Das heiße Wasser, das heute zur Energiegewinnung gefördert wird, kommt aus rund 2000 Meter Tiefe.





