Wenn Fußball-Profis einen Kreuzbandriß erleiden, ist für die teuren Kicker ein großer Teil der Saison oft gelaufen. Denn normalerweise dauert eine Therapie der schmerzhaften Knieverletzung etwa 14 Wochen. Das muß aber nicht sein. Martin von Kathen von der Ruhr-Universität Bochum hat jetzt nämlich eine Behandlung entwickelt, mit der die Patienten bereits nach der Hälfte dieser Zeit wieder fit sind: Er läßt sie mit einem Unterwasserfahrrad trainieren. Von Kathen untersuchte zwei Gruppen von jeweils 24 Menschen: Alle hatten sich wegen eines Kreuzbandrisses einer Operation unterziehen müssen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ging die eine Gruppe in ein Reha-Zentrum, um sich der Standardbehandlung mit Elektrotherapie und langsamem Muskelaufbau zu unterziehen. Die anderen Patienten ließ der Wissenschaftler auf ein spezielles, nichtrostendes Unterwasserfahrrad steigen. Auf diesem High-Tech-Gerät ließ er sie drei- bis fünfmal in der Woche vorwärts und rückwärts in die Pedale treten. Dabei steigerte er die Zeit allmählich auf eine halbe Stunde. Das Ergebnis: Die Radler konnten ihr Bein bereits nach sechs Wochen wieder vollständig strecken – vier Wochen vor der Standardgruppe. Nach nur sieben Wochen funktionierte die Beugung sogar wieder einwandfrei. Dazu brauchten die anderen Patienten doppelt so lange.
Hans Groth





