Zugleich herrschte großes Vertrauen in den technischen Fortschritt und die Fähigkeit der Wissenschaftler, Wohlstand und Intellekt der Gesellschaft weiter voranzubringen. Allerdings: Wie die Wissenschaft funktioniert und welche neuen Erkenntnisse sie zu bieten hatte, lag für viele Menschen im Dunkeln. Mit diesem Mangel an Einblicken sollte bild der wissenschaft Schluss machen.
1964 ging die Zeitschrift als erstes Wissenschaftsmagazin im deutschsprachigen Raum an den Start, gegründet durch den Physiker und Publizisten Heinz Haber, der später als „Fernsehprofessor“ weithin bekannt wurde – mit seiner besonderen Gabe, komplizierte Zusammenhänge in Natur, Medizin, Raumfahrt oder Astronomie für jedermann verständlich zu erklären.
Mit diesem Anspruch hat auch bild der wissenschaft über die letzten sechs Jahrzehnte hinweg alle Bereiche der modernen Naturwissenschaften ausgeleuchtet, den Forschern über die Schulter geschaut und die Resultate ihrer Arbeit den Leserinnen und Lesern sowohl tiefgründig als auch anschaulich präsentiert. Der Stoff für spannende Berichte aus der Wissenschaft ging dabei niemals aus.
Es gab Unmengen an wissenschaftlichen Entdeckungen – überraschende ebenso wie langersehnte. Die Forscher setzten Meilensteine der Erkenntnis sowie beeindruckende Durchbrüche in Technik und Medizin. So entdeckten ein Jahr nach dem Erscheinen der bdw-Erstausgabe Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson die kosmische Hintergrundstrahlung – und lieferten damit eine Bestätigung der Urknalltheorie zur Entstehung des Universums. Mit dem Schaf Dolly kam 1996 das erste geklonte Tier zur Welt. 2010 in Sibirien gefundene Überreste des sogenannten Denisova-Menschen machten erstmals klar, dass es einst noch mehr Menschenarten gegeben hat als Homo sapiens und Neandertaler.
Ab Mitte der 1970er-Jahre entstand in den USA mit dem Global Positioning System (GPS) ein weltweites Navigationssystem auf Basis einer Schar von Satelliten, das seit Mitte der 1990er-Jahre vollständig einsatzfähig ist – und heute in vielen Bereichen der Technik unverzichtbar ist. Auf die erste Herztransplantation an einem Menschen durch den süd-afrikanischen Arzt Christiaan Barnard 1967 folgte rund 50 Jahre später die Entwicklung eines künstlichen Herzens. Die Leserinnen und Leser von bild der wissenschaft waren bei allen Höhepunkten der Forschung hautnah dabei – und erfuhren schnell und umfassend von deren Bedeutung.
Zum Beispiel auch 2016, als es einem Team von Wissenschaftlern zum ersten Mal gelang, Gravitationswellen direkt nachzuweisen – und damit ein neues Tor zum Blick aufs Weltall zu öffnen. Schon kurz nach der Veröffentlichung des wissenschaftlichen Erfolgs, der nach fast exakt 100 Jahren eine Folgerung von Albert Einstein aus der Allgemeinen Relativitätstheorie bestätigte, in einer Fachzeitschrift berichtete bdw in einer Titelgeschichte umfassend darüber.




