Dem Job den Rücken kehren und sich für zwei Semester der Universität zuwenden – Lust dazu? Prof. Stephan Ruß-Mohl (48) und die FU Berlin machen das ab Herbst 1999 möglich – allerdings nur für Journalisten. Was Amerikanern guttut, kann Europäern nicht schaden, hat sich der Professor für Journalistische Praxis und Redaktionsmanagement Ruß-Mohl gedacht. Nach dem Vorbild von Harvard, Stanford, Yale oder der Columbia-University soll deshalb auch in Deutschland ein Journalisten-Kolleg entstehen, um Wissen aufzufrischen und die Arbeit an größeren Projekten zu ermöglichen. Einen vorgeschriebenen Stundenplan wird es nicht geben. “Faulenzen ist natürlich auch unerwünscht”, sagt Ruß-Mohl, der seine Forschungen vor allem in Richtung Qualitätssicherung im Journalismus lenkt und sich damit der Praxis verbunden wissen will.
Um die neun Fellowships rangeln sich schon jetzt die Journalisten. “Wir haben bereits 800 Anfragen – verteilt auf alle Länder Europas”, erklärt Ruß-Mohl, der sich auch um die Finanzierung der Stipendien kümmert. Der “Standard-Fellow” bekommt 3000 Mark pro Monat, der “Superior” 5000 Mark. Sponsoren sind eine Reihe von Stiftungen, darunter die Fazit-Stiftung der FAZ sowie die Siemens AG. Traum von Ruß-Mohl (Telefon: 030/7792450) ist, daß seine Fellows eines Tages so gefragt sind wie die in USA: “Als die Zeitung US-Today gegründet wurde, trat der komplette Kurs der Wirtschaftsfellows in die Redaktion ein.”
Stephan Ruß-Mohl





