Die alten Ägypter benutzten möglicherweise Zedernöle, um ihre Verstorbenen zu balsamieren. Das legen Analysen etwa 3.500 Jahre alter Balsamierungsmittel nahe, berichten Tübinger Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 425, S. 784). Ägyptologen hatten bisher vermutet, dass eher Wacholderessenzen für die Einbalsamierung verwendet wurden.
Ulrich Weser von der Universiät Tübingen und seine Kollegen analysierten die chemische Zusammensetzung unbenutzten Einbalsamierungsmaterials. Die Überreste stammten aus einem Grab in der Nähe von Deir el-Bahari in Ägypten und waren gemeinsam mit der Mumie in der 18. Dynastie, etwa 1.500 vor Christus, bestattet worden. Die Bestandteile des Balsams kommen vermutlich von der Zeder, schließen die Forscher aus ihren Untersuchungen. Einer der Inhaltsstoffe, Guaiacol, konserviert bemerkenswert gut, schreiben die Wissenschaftler.
Die neuen Erkenntnisse von Weser und seinen Kollegen bekräftigen antike Texte des griechischen Historikers Herodot und des römischen Gelehrten Plinius der Ältere. Die Schreiber hatten bereits vor etwa 2.000 Jahren die Verwendung von Zedernölen bei der Mumifizierung beschrieben. Doch andere Gelehrte hatten seitdem behauptet, dass die Mittel aus Wacholder zubreitet wurden.
Historisch wurden Zeder und Wacholder oft verwechselt. Auch ihre lateinischen Namen tragen zu der Konfusion bei so heißt der Wacholder “Juniperus communis” und beispielsweise die amerikanische Virginische Rot-Zeder “Juniperus virginiana”.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





