Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Wie Katzen ihrem Urin individuelle Duftmarken verleihen
Erde & Umwelt

Wie Katzen ihrem Urin individuelle Duftmarken verleihen

Beim Flehmen öffnen Katzen leicht ihr Maul und ziehen die Oberlippe nach oben. So nehmen sie Gerüche intensiver wahr. · Foto: © Masao Miyazaki

„Hier war ich!“ Mit Duftstoffen im Urin hinterlassen Katzen eine individuelle chemische Signatur. Aber welche Substanzen sind für diese olfaktorische Visitenkarte verantwortlich? Mit Verhaltensexperimenten und chemischen Analysen haben Forschende nun bestimmte Fettsäuren entdeckt, die sich von Katze zu Katze unterscheiden, aber innerhalb eines Individuums stabil sind. Dafür sorgt ein Reservoir in der Niere.
Autor
Elena Bernard
20. August 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Für viele Tiere sind Duftmarken eine unsichtbare Form der Kommunikation. Mit ihrem Urin können sie zum Beispiel ihr Revier markieren oder Paarungsbereitschaft signalisieren. Noch Stunden nachdem der Absender weitergezogen ist, können Artgenossen die Botschaft erschnuppern – fast so, wie wenn wir Menschen eine schriftliche Notiz hinterlassen. Doch welche Substanzen übermitteln die Informationen? Und wie lässt sich eine verlässliche individuelle Signatur erzeugen, obwohl Duftstoffe oft chemisch sehr dynamisch sind und sich im Laufe der Zeit verändern?

Katzenurin im Schnüffeltest

Diese Fragen hat ein Team um Shota Ichizawa von der Iwate Universität in Japan nun an Katzen untersucht. Zunächst testeten die Forschenden, ob die Stubentiger tatsächlich in der Lage sind, verschiedene Artgenossen am Geruch ihres Urins zu unterscheiden. Dazu präsentierten sie Hauskatzen wiederholt den Urin verschiedener Individuen.

Dabei zeigte sich: Bei unbekannten Urinproben schnüffelten die Katzen ausgiebig und zogen häufig mit leicht geöffnetem Maul die Oberlippe hoch, um den Geruch intensiver wahrzunehmen – eine Reaktion, die als Flehmen bekannt ist. Kannten sie den Geruch dagegen schon, interessierten sie sich weniger dafür. Das galt auch, wenn ein Geruch erst nach Monaten erneut präsentiert wurde. Das deutet darauf hin, dass Katzen die individuellen Uringerüche ihrer Artgenossen nicht nur unterscheiden können, sondern sogar im Langzeitgedächtnis abspeichern.

Stabile Fettsäuren als Signatur

Anhand von chemischen Analysen identifizierten Ichizawa und seine Kollegen 13 verzweigtkettige Fettsäuren (BFAs) im Katzenurin, die individuell in jeweils unterschiedlichen Kombinationen und relativen Anteilen vorkamen. „Die Zusammensetzungsprofile sind individuell unterscheidbar, innerhalb eines Individuums aber stabil“, berichten die Forschenden. Zudem stellten sie fest, dass diese Fettsäuren anders als viele flüchtige Urinbestandteile relativ beständig waren und auch nach 24 Stunden noch weitgehend unverändert blieben.

Manipulierte das Team einige dieser im Katzenurin enthaltenen Fettsäuren experimentell, schnupperten Katzen, die eigentlich bereits an den jeweiligen Uringeruch gewöhnt waren, wieder verstärkt daran. Das deutet darauf hin, dass es tatsächlich diese Komponente des Geruchsspektrums ist, die die individuelle Duft-Visitenkarte ausmacht.

Reservoir in der Niere

Aber woher stammen die Fettsäuren für den individuellen Uringeruch? Auf der Suche nach dem Ursprung untersuchten die Forschenden verschiedene Gewebe von Katzen auf Lipide mit verzweigtkettigen Fettsäuren. Fündig wurden sie in der Niere. „Lipidtröpchen in der Nierenrinde bilden ein physiologisches Reservoir, das kurzfristige Schwankungen puffert und wiederholbare Signaturen im Urin ermöglicht“, berichten Ichizawa und seine Kollegen.

Dank des Vorrats in der Niere bleiben die BFAs weitgehend unverändert und liefern zuverlässige Informationen über die Identität des Individuums – selbst wenn andere Urinbestandteile durch Faktoren wie Krankheiten, eine veränderte Ernährung oder Fortpflanzungsbereitschaft variieren.

Auch bei anderen Feliden wie Löwen, Tigern, Leoparden, Jaguaren und Luchsen wiesen die Forschenden ähnliche Fettsäure-Verbindungen im Urin sowie in den Lipidtröpfchen in der Niere nach, wenn auch mit einer geringeren Vielfalt als bei Hauskatzen. Das deutet darauf hin, dass diese Art der chemischen Signatur in der Katzenfamilie weit verbreitet ist. Ob die Großkatzen diese Duftstoffe allerdings ebenfalls zur individuellen Erkennung nutzen, ist noch unklar.

Quelle: Shota Ichizawa (Iwate University, Japan) et al., Current Biology, doi: 10.1016/j.cub.2026.07.045

FlehmenGeruchKatzenSignaturUrin
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Verborgene Unterwelt: Pilze gedeihen noch in hunderten Meter Tiefe
Erde & Umwelt

Verborgene Unterwelt: Pilze gedeihen noch in hunderten Meter Tiefe

9. September 2026

Hunderte Meter unter unseren Füßen existieren nicht nur einfache Bakterien, sondern auch überraschend viele Pilze, wie eine Studie enthüllt.

Was unseren Gang so effizient macht
Erde & Umwelt

Was unseren Gang so effizient macht

8. September 2026

Ganganalysen von Menschen und Schimpansen enthüllen: Das Geheimnis unserer effizienten Fortbewegung liegt im Fersengang – allerdings auf Kosten hoher Stoßkräfte

Übersehene Ursache für die Korrosion entdeckt
Erde & Umwelt

Übersehene Ursache für die Korrosion entdeckt

8. September 2026

Wenn Schutzanstriche gegen Rost versagen, hängt dies nicht nur mit dem Wetter oder mechanischer Belastung zusammen: Es gibt einen bisher übersehenen Faktor.

Auch Bäume haben ein Körpergefühl
Erde & Umwelt

Auch Bäume haben ein Körpergefühl

7. September 2026

Bäume spüren, wenn sie schief sind – auch unabhängig von Schwerkraft und Lichteinfall. Sie können sogar mit einem speziellen Zugholz ihre Haltung korrigieren.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite