Wälder sind die „grüne Lunge“ der Erde. Durch ihre Photosynthese binden die Bäume große Mengen des Treibhausgases CO2, gleichzeitig kühlen und befeuchten sie die Luft im und über dem Wald. Dieser biophysikalische Effekt ist nicht nur für den Wald und seine Bewohner wichtig, er beeinflusst auch das Wetter und die Niederschläge über größeren Waldgebieten. Im Amazonasgebiet macht der selbst erzeugte Regen bis zu 50 Prozent des gesamten Niederschlags aus.
Wie wirkt sich Waldfragmentierung auf das Klima aus?
Doch die Wälder schwinden: Durch Abholzung und Brände verringert sich die globale Waldfläche immer mehr, gleichzeitig werden die noch vorhandenen Waldstücke zunehmend zerstückelt und durch Straßen, Siedlungen und Felder unterbrochen. „Diese strukturellen Veränderungen können die Strahlungsverhältnisse, die Evapotranspiration, die Luftdurchmischung und die Energieverteilung beeinflussen“, erklären Jiawei Li und seine Kollegen von der Fudan-Universität in Schanghai. Wie stark diese Klimaeffekte der Fragmentierung von Wäldern sind, war jedoch nur auf lokaler und regionaler Ebene genauer bekannt.
Deshalb haben nun Li und sein Team erstmals die Auswirkungen der Waldfragmentierung auch auf globaler Ebene im Detail untersucht. Dafür kartierten sie zunächst mithilfe von Fernerkundungsdaten von Satelliten das Ausmaß der Zerstückelung der weltweiten Wälder. „Wir erzeugten aus diesen Landbedeckungsdaten eine Waldkarte mit einer Auflösung von 0,00025 Grad – das entspricht rund 30 Metern am Äquator“, berichten sie. Dies glichen sie mit Satellitendaten zu Temperaturen und anderen Wetterdaten ab.
Höhere Temperaturen durch zerstückelte Wälder
Die Kartierung ergab: Für die Klimawirkung eines Walds spielt nicht nur seine absolute Fläche eine Rolle, sondern auch – unabhängig davon – seine Fragmentierung. „In etwa zwei Dritteln der weltweiten Wälder führt eine stärkere Fragmentierung zu einer höheren Temperatur der Landoberfläche“, berichten Li und seine Kollegen. Dies gelte vor allem im brasilianischen Amazonasgebiet, im zentralen Kongobecken und in Südostasien, aber auch im Süden Kanadas und im Südosten Russlands.







